|
Geburtsirrtum
Man sagt, du seist auf die Welt gekommen. Das hast du gehört und geglaubt und so gesagt. Damit hast du dich von der Welt getrennt, von dem verwobenen Netz von Energien, von dem Ursprung, aus dem du gekommen bist.
So ist es möglich, dass du dich als etwas getrenntes von dem Universum, von der Welt, von den Pflanzen, von den Tieren, von den anderen Menschen betrachtest.
So ist es möglich, dass du dich von allem, das du als getrennt betrachtest, als nicht einen Teil von dir wahrnimmst.
So ist es leicht, das Getrennte ohne Achtung, Respekt, Wertschätzung, Liebe zu behandeln. Mit den wenigen Ausnahmen, die möglich sind, weil du es so allein nicht mehr aushältst.
So ist es auch möglich, dass du dich verloren, einsam und verlassen vorkommst. Denn du bist ja von dir getrennt, von deinem Ursprung, der dich doch ständig und überall umgibt.
So ist es möglich, dass du wegen dieser Trennung leidest; an einem Irrtum, dem du aufgesessen bist, weil du es den anderen geglaubt hast.
So ist es möglich, daß du überall und ständig nach dem Ursprung und dem Wiedereinssein suchst; in Dingen, in Handlungen, in Menschen, aber es nicht erkennst, weil du es als getrennt betrachtest.
So ist es möglich, daß du es so nicht findest. Wie der Moschushirsch, der wie verrückt seinem eigenen Duft nachläuft.
Du bist aber aus der Welt gekommen. Also bist du ein Teil des Universums, ein Teil der Welt, ein Teil der Pflanzen, ein Teil der Tiere, ein Teil aller Menschen.
Du brauchst nichts zu suchen. Du bist es.
Erich Keller
|
|